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DESIGNLITERATUR: Die Macht der Schrift

Die Macht der Schrift. Eine angewandte Designforschung” ist eine stark erweiterte Auflage der bei Ruedi Baur in Zürich unternommenen Masterarbeit (vergiffen!) von Andreas Koop. Im ersten Teil bietet es einen guten Überblick zur Designforschung heute. Das ist für Designforschungs-Einsteiger sicherlich interessant. Doch dieser Teil mag sich nicht so recht mit dem zweiten Teil, der eigentlichen Untersuchung verbinden.

In diesem Teil beschreibt Koop staatliche Drucksachen vom achten Jahrhundert bis heute und stellt Überlegungen zum Zusammenhang von gestalterischen und politischen Maßnahmen an. Koop arbeitet vor allem die Kontinuität der Ikono- und Typografie der verschiedenen Herrschaften und Herrschaftsformen heraus. Angesichts der großen Zeitspannen tastet Koop sich vorsichtig an sein Material heran. Dass staatliche Vor-Schriften oft in Antiqua Versalien gemacht werden ist Gewissheit.

Ansonsten, gibt es, dem Thema wohl angemessen, wenig steile Thesen, sondern vor allem Beschreibung. Dazwischen immer wieder interessante Reflektionen – die Koop aber oft so stehen lässt: “Es gibt Unternehmen, die sich heute ‘staatsmännischer’ als der Staat präsentieren. Noch vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen” (S. 202, dazu die obige Abbildung). Ein materialreiches Werk, das nicht auf Sensationen setzt.

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