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Design Literatur: Apple Design

Der Faszination Apples perfekter Markenarchitektur soll hier designtheoretisch auf den Pelz gerückt werden. Der interessierte Leser findet auf den über 300 Seiten auch eine lückenlose Darstellung aller Apple-Modelle, der IPods, IPads, IMacs und einiger längst vergessener Zwischenmodelle, dazu zahlreiche Artikel zum Kult mit dem Apfel und seiner Entstehung.

Ehrlicherweise hat mich das Buch gelangweilt: Für den Design-Laien mögen die Ausführungen über den semantischen Code von Apple noch interessante Tiefe bieten – für den Designexperten gleicht der Katalog einem Warenverzeichnis, das nicht einmal so sexy ist, wie es ein Faltblatt von Apple wäre, da kann auch der funky Ausschnitt des Buchblocks nichts richten. Die Bebilderung kopiert den Markenauftritt von Apple, reiht aber viel zu kleine Bilder auf wie in der Vitrine – wohl wissend, dass die Erfolgsgeschichte von Apple eben nicht allein auf das Äussere von Ausstellungsobjekten beschränkt war und ist, sondern auf Systeme. Davon aber nicht viel. Herumblättern. Alles weitere kennt man: Jonathan Ive, Rams, Thesen, Kritik an den Thesen, Jobs hab ihn selig und Wozniak.

Einen Artikel immerhin liefert das Buch, der einen designhistorisch interessanten Blickwinkel serviert: Bernhard E. Bürdeks Beitrag über Design in Kalifornien, die Stimmung und Voraussetzungen für einen bestimmten Ansatz. Das Gebräu an penentrant schönem Wetter, Lebensgefühl, Ehrgeiz und Talent, dass es wohl nur dort zu geben scheint.

Leider rechtfertigt das noch nicht den Kauf des Schinkens, der zwar beeindruckend auf dem Coffetable liegt, aber mit 39.90 EUR für Studierende eher Geldverschwendung ist. Die finden genug zum Thema im Netz.

Das großformatige Buch ist der Ausstellungkatalog zu der Schau im Hamburger MGK 2011.

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